Mein Studium

Hallo alle Zusammen,

endlich geht es hier weiter. Ich habe es sehr vermisst hier etwas zu teilen :-).

In diesem Post soll es um mein Studium der Ernährungswissenschaften an der Universität Hohenheim gehen welches ich gerade beendet habe. Let`s Start…


 

Wieso dieses Studium?

Da mein Weg mit der Realschule in Baden-Württemberg begann – hatte ich dort schon das Fach “Mensch und Umwelt”. In diesem wurden schon Inhalte im Bezug auf Ernährung vermittelt. Diese weckten damals schon mein Interesse und führten zu einem Schülerpraktikum bei den Diätassistentinnen im nächstgelegenen Krankenhaus. Da man diese Ausbildung erst mit 18 beginnen konnte (oder kann?) machte ich erst mein allgemeines Abitur an einem beruflichen Gymnasium mit einer naturwissenschaftlichen Ausrichtung. Dort hatte ich unter anderem vierstündig Chemie und zweistündig Ernährungslehre. Nach dieser Erfahrung hätte ich mir auch Vorstellen können Chemie zu studieren aber auch Ernährungswissenschaften/ Ökotrophologie war mir schon in den Sinn gekommen. Andere Studiengänge kamen mir gar nicht in den Sinn. Da es mir aber so schwer fiel mich zu entscheiden und ich nicht wusste ob ich überhaupt studieren möchte entschied ich erst Mal eine Ausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich zu machen. So machte ich die schulische Ausbildung zur Chemisch-Technischen-Assistentin. Mir wurde während dieser Ausbildung zwei Sachen klar:

  1. Ich möchte studieren
  2. Ich möchte nicht reine Chemie studieren

Also wurde nach dem Abschluss Uni-Bewerbungen geschrieben. Übrigens ausschließlich für das Studienfach Ernährungswissenschaften obwohl ich wusste das der NC relativ hoch ist. Durch Wartesemester und relativ gutem Abitur bekam ich tatsächlich nur Zusagen und konnte mir aussuchen an welche Universität ich gehe. Auch diese Entscheidung war nicht ganz einfach. Ich entschied – wie wahrscheinlich viele – nach Nähe zu meinem Heimatort. Außerdem hatte ich während meiner Ausbildung die Universität Hohenheim schon über einen Tag der offenen Tür kennen gelernt und mich dort gleich wohl gefühlt, aufgrund des schönen Campus.

Zusammengefasst sieht man bei mir war mein Studienfach immer präsent und mein Interesse. Meine Uni habe ich mir aufgrund persönlichen Präferenzen (Nähe zur Heimat & Schönheit des Campus) ausgesucht. Beim zweiten Punkt möchte ich gerne allen Personen die gerade in der Situation sind sich einen Studienplatz zu suchen raten sich die in Frage kommenden Unis vorher anzuschauen und sich auch den Studienverlaufplan (Auflistung der einzelnen Module (Fächer)) anzuschauen. Mir hat dies zumindest die Wahl einfacher gemacht.

Und dann ging es los! Wie war es?

Ich bin dann ins Wohnheim gezogen und los ging es mit dem Mathe-Vorkurs. Ja man muss als Ernährungswissenschaftler eine Mathe-Prüfung ablegen – aber das ist alles schaffbar. Also, wenn ihr überlegt auch Ernährungswissenschaften zu studieren dann bitte schmeißt den Plan nicht aus Angst vor Mathe oder Physik ihr schafft das. Aber bevor ich komplett in das Einsteige welche Fächer ihr habt noch ein paar Worte zum wohnen im Wohnheim. Bei mir im Wohnheim hatten wir Stockwerksküchen zu zehnt und Bäder zu viert. Ihr seht bestimmt kein Luxus und es geht bestimmt besser – aber ich habe in der Zeit die tollsten Menschen kennen gelernt, die besten Partys gefeiert und die schönste Gemeinschaft erlebt und rate jedem für eine Zeit ins Wohnheim zu ziehen, wenn es die Lebenssituation zulässt. Nun aber zurück zum Studium. Vielleicht hier noch die kurze Bemerkung ich kann natürlich nur von meiner Erfahrung an der Universität Hohenheim erzählen. Dort hat man im ersten Jahr (1/2 Semester) naturwissenschaftliche Grundlagen wie zum Beispiel Anorganische und organische Chemie, Physik, Mathe, Chemisches Praktikum, Allgemeine Biologie. Das wird im darauffolgenden Jahr (3/4 Semester) vertieft und ergänzt durch frei wählbare Module. Ihr habt dann zum Beispiel Physiologie, Anatomie, Biochemie, Zellbiologie und Mikrobiologie. Durch die frei wählbaren Facher von denen ihr zwei im vierten Semester und zwei im fünften Semester habt könnt ihr selber etwas die Richtung eures Studiums beeinflussen. Wählbar sind da alle Fächer die in Hohenheim angeboten wurden. So habe ich zum Beispiel bei den Wirtschaftswissenschaftler Einführung in die Betriebswirtschaftslehre belegt oder bei den Agrarwissenschaftlern Marketing in der Ernährungswirtschaft. Im sechsten Semester habe ich dann meine Bachelorarbeit geschrieben und dann erfolgreich den Bachelor in Ernährungswissenschaften abgelegt. Darauf schloss ich dem Master in molekulare Ernährungswissenschaften an. In diesem wurden alle Inhalte nochmals vertieft und vor allem der Forschungsaspekt noch vertieft. So war das dritte Semester im Master komplett frei wählbar und als praktisches Semester gedacht um zusätzlich zu den Pflichtpraktika Laborerfahrung/Forschungserfahrung zu sammeln. Und dann kam natürlich noch die Masterarbeit und fertig waren 6 Jahre Studium.

Was machst du damit?

Ich muss zugeben ich habe bisher keine Anstellung gefunden, aber ich suche ja auch erst seit Mitte April. Während des Studiums wurde uns gesagt, dass Absolventen im Durchschnitt 6 Monate nach einer Anstellung suchen. Von den Erfahrung bei Freunden von mir kommt das auch ungefähr hin. Nun zu dem Thema was kann man mit diesem Studium generell machen. Wie bei vielen eher interdisziplinären Studiengängen ist viel Möglich und man sollte seine Nische finden. Zuerst kann man natürlich noch eine Doktorarbeit anschließen. Für alle die das nicht wollen gibt es Stellen im Fachjournalismus oder auch im Vertrieb von Pharmafirmen und Lebensmittelfirmen. Je nach Ausrichtung deines Studium – Thema Wahlmodule – ist auch eine Tätigkeit im wissenschaftlichen Marketing möglich. Wenn man genug Module in Chemie belegt ist auch ein Quereinstieg über ein Referendariat in den Schuldienst an beruflichen Schulen möglich. Auch in Referendariat zur Beamtenlaufbahn im Landwirtschaftsamt in Baden-Württemberg steht dir offen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst. Die meisten Stellen gibt es in der Pharma- und Lebensmittelindustrie in der Entwicklungsabteilung und im Qualitätsmanagement. Auch mein Ziel ist es im Qualitätsmanagement einer Lebensmittelfirma zu arbeiten. Last but not Least kann man natürlich in der Ernährungsberatung zum Beispiel in einer Kurklinik oder einem Krankenhaus arbeiten. Allerdings werden diese Stellen oft nicht so gut bezahlt und ihr braucht eine Zusatzqualifikation um von den Krankenkassen anerkannt zu werden. Für diesen Weg wäre an der Universität Hohenheim die zweite Mastervertiefung Ernährungsmedizin wohl auch die bessere Wahl.

Was es noch zu sagen gibt?

Generell ist Ernährungswissenschaften in Hohenheim sehr naturwissenschaftlich ausgelegt. Wer sich breiter ausgelegt mit Ernährung beschäftigen möchte sollte eher Ökotrophologie wählen was zum Beispiel die Uni Gießen anbietet. Allerdings gibt es über Wahlmodule schon auch an der Universität Hohenheim die Möglichkeit etwas breiter zu studieren und zum Beispiel Module bei den Wirtschaftswissenschaftlern oder Agrarwissenschaften zu belegen. Zudem gibt es seit neustem den Studiengang Ernährungsmanagement und Diätetik – zu dem ich aber nicht viel sagen kann – der in eine etwas weniger naturwissenschaftliche Richtung geht. Grundsätzlich ist Ernährungswissenschaften ein kleiner Studiengang (wir waren zu beginn etwas über 50 Personen) wo man sich gegenseitig kennt und auch die Professoren kennen einen. Es geht relativ familiär zu und die meisten Professoren haben ein offenes Ohr für eine. Ihr solltet wenn ihr den Studiengang in Erwägung zieht allerdings nach dem zweiten Jahr langsam wissen in welche Richtung ihr später beruflich wollt um die Wahlmodule danach auszurichten – da es einfach so vielfältige Möglichkeiten gibt.

Ich hoffe ich habe euch mit diesem Artikel meinen Studiengang etwas näher bringen können. Bei Fragen gerne in  die Kommentar-Box posten.

Bis bald! Wir lesen uns  🙂

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